CATS ist das erfolgreichste Musical der Geschichte! Es ist mittlerweile das am längsten laufende Musical in London und am Broadway - wo es mit der 6138. Show das Musical A Chorus Line überholte! CATS Wurde schon auf der ganzen Welt aufgeführt, und in der amerikanischen Geschichte der Wandertheater ist es - mit der mittlerweile 4. US-Tour - das am längsten tourende Musical in den USA. Viele Städte wurden dabei mehr als nur einmal besucht! Um so schwerer ist es zu glauben wenn man sagt, das das Musical einen schweren Start und eine damals ungewisse zukinft hatte, doch wie Andrew Lloyd Webber und Trevor Nunn sagen, war die Geburt von CATS voller Zweifel und Probleme!

Die Idee, aus den Gedichten des T. S. Elliot, verfasst in dem Buch Old Possum's Book of Practical Cats, ein Musical zu machen, kam A. L. Webber 1977, als er ein Exemplar in einem Bücherladen am Flughafen erstand und sich das Buch während des Fluges durchlas. Dabei erinnerte er sich daran, wie seine Mutter ihm die Gedichte immer vorlas und einmal anmerkte, das man ein schönes Märchen daraus machen könnte.

Jedoch verging ein ganzes Jahrzehnt, bevor er seinen Freund und Director Trevor Nunn bat, ihm bei der Erstellung eines Musicals mit dem Buch Old Possum's Book of Practical Cats als Vorlage. Als Nunn und Webber in die ersten Proben gingen, hatten sie nichts weiter als einige kleine Melodien, die auf dem Buch basierten, aber keine Story, um einen roten Faden durch das Musical zu spinnen! Die Proben waren schon weit vorangeschritten, als die Lösung ihnen im wahrsten Sinne des Wortes in die Hände gelegt wurde: "Valerie Elliot, T. S. Elliots Wittwe, kam auf die Bühne, mit diesen zerknitterten und alten Papierseiten, auf denen einige wenige Verse standen", erinnert sich Nunn. In diesem Fragment ist von einem weiteren Charakter die Rede, von einer gejagten und einsamen Grizabella, die Glamour-Katz, und genau das was das letzte Stückhen, das ihnen für die Show gefehlt hat. "Valerie Elliot sagte 'Tom hat diese Zeilen nicht veröffentlicht, weil es nicht gerade für Kinder geeignet ist'. Das war ziemlich einsichtig", meint Nunn. "Da haben wir eine Charaktere voller Isolation und Schmerz, da ist die Idee des Gegensatzes. Als erstes kriegst du einen Eindruck, dann aber wird genau der gegenteilige Eindruck vermittelt. Wie wollen sie - für Kinder - das unter einen Hut kriegen?"

Als der Abend der Erstaufführung näher kam, war Nunn immer noch unzufrieden. Da fehlte der Höhepunkt der Show, dieses ganz spezielle Stück, das die Zuhörer nie vergessen und es noch vor sich hinsummen, wenn sie schon zu Hause sind. Als sie an diesem fehlendem Stück zu Werke gingen, realisierten Trevor Nunn und Andrew Lloyd Webber, daß das ihre größte Herrausforderung und gleichzeitig ihr größter Erfolg sein wird. Nunn erinnert sich, wie er zzu Andrew bemertke:"Was wir in unserer Show brauchen, ist dieser große emotionale Ausbruch." Webber lehnte diese Idee als erstes ab, ging dann aber nach Hause, um diese Idee zu verwirklichen, auch wenn er sich sicher war, daß er kein Erfolg haben würde!

Andrew Lloyd Webber ging also nach Hause und schuf - im wahrsten Sinne des Wortes - über Nacht eine der berühmtesten Lieder in der Geschichte des Theaters. "Am nächsten Morgen saßen wir wieder in einem Saal und probten, als Andrew meinte "Wie wäre es mit etwas in der Richtung?" und spielte das Lied. 'Was ist heute für ein Datum - wie spät haben wir es? Merkt es euch gut, denn ihr habt gerade die Geburt eines phänomenalen Smash-Hits erlebt'!"

Bei diesem Lied handelte es sich natürlich um Memory. Doch zu diesem Zeitpunkt war es lediglich eine Melodie ohne Text. Da war kein Text, mit dem man es hätte verbinden können! Noch wenige Tage vor der Uraufführung wurden drei Lyriker auf diese Musik aufgesetzt, um einen Text zu finden, der zur Musik passt, in einklang mit Elliots Versen steht und auch noch den gewünschten Durchbruch bringt, aber keiner der drei hatte Erfolg - und der Druck wuchs und wuchs!

Schließlich ging Nunn selber ans Werk, denn es waren nur noch einige Tage bis zur ersten Show. Er zog sich über ein komplettes Wochenende auf sein Landhaus zurück, las Elliots Verse immer wieder und wieder, konnte aber keinen Punkt finden, wo er ansetzen könnte. "Der Text entstand aus der Verzweiflung herraus", gibt Nunn zu. "Ich stimmte zu, das wir angeben sollten, der Text stammte aus den Versen Elliots, was natürlich nicht der Wahrheit entsprach. Er hatte zwar das Wort Erinnerungen benutzt, aber das wars auch schon". Memory allerdings löste für Nunn da sproblem mit dem roten Faden! Zumindest sorgte die sehnsüchtige Grizabella für die Emotionen. Sie, die sie die Außenwelt erkondet hat und dazu die Gruppe der Jellicle Katzen und Kater verlassen hat, erinnert an die harte Zeit, die sie durchgemacht hat und an ihren Wunsch, wieder in die Grupe aufgenommen zu werden.

Nachdem sie eine der besten Shows in den letzten Jahen erschaffen haben, sollten Nunn und Webber in der Lage gewesen sein, entspannt zuzugucken, als die Show von der Phase der Proben in die Phase der Generalprobe trat, aber Nunn erinnert sich an diese Momente mit einem Schaudern. "Das war genau die Zeit, in der alle deine sogenannten Freunde und Kollegen hinter die Bühne kommen, um dasWerk in seiner frühesten Phase zu begutachten, denn sie können dasEndprodukt niocht abwarten. Eigendlich aber kamen alle unsere Konkurrenten, um unsere Niederlage feiern zu können. Und je früher sie kamen, umso wahrscheinlicher war es, das sie zu ihrem Vergnügen kommen werden, denn es war noch alles im Entstehen begriffen"!

Die Erfolge, die CATS am Broadway, in London und in Hamburg einfuhr waren allerdings alles andere als ein Desaster. Es gewann sieben (!) Tony Awards, darunter das für das beste Musical, und Memory wurde zu dem damals bekanntestem Lied - und es war schon in den Top Ten, noch bevor das Musical uraufgeführt wurde! Es wurde mehr als 600 mal aufgenommen, darunter auch von Barbara Streisand, Barry Mantilow und Judy Collins, nur um einige zu nennen. Selbst Größen der Klassik wie Placido Domingo sangen es!


Text: by The Really Useful Company, Inc.
Page written by Vlado Vidovic!
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